Hexenschuss - kann Osteopathie helfen? Von Anna Biester

Der Begriff „Hexenschuss“ stammt noch aus dem Mittelalter und der damaligen Vorstellung, dass der Schmerz durch den Pfeilschuss einer Hexe verursacht wurde. Was sich eigentlich dahinter verbirgt ist die „Lumboischalgie“ (Lumbago) oder auch umgangssprachlich der „Ischiasschmerz". 

 

Die Lumboischalgie ist ein Wurzelreizsyndrom, bei dem Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule auftreten, die in den Versorgungsbereich des Nervus ischiadicus, d.h. in die untere Extremität ausstrahlen können. Es kommt zu einer plötzlichen, akuten Rückenschmerzepisode, die oft durch eine plötzliche Bewegung oder eine ungünstige Haltung ausgelöst wird. 

 

Die Symptome.. 

 

Typischerweise tritt der Schmerz im unteren Rücken auf und kann in das Gesäß und sogar in das Bein ausstrahlen. Dies kann aufgrund von Muskelverspannungen, Bandscheibenproblemen oder anderen Ursachen auftreten. Der Schmerz bei einem Hexenschuss kann stechend, ziehend oder brennend sein. Außerdem kann es zu Muskelverspannungen im Bereich der Lendenwirbelsäule kommen. Die Muskeln können sich verhärten und sich empfindlich anfühlen. Aufgrund des Schmerzes und der Muskelverspannungen kann die Beweglichkeit im unteren Rückenbereich eingeschränkt sein. Es kann schmerzhaft sein, sich zu bücken, zu drehen oder zu stehen. In manchen Fällen kann ein Hexenschuss zu Taubheitsgefühlen oder Kribbeln im Bein oder Fuß führen, insbesondere wenn Nerven eingeklemmt oder gereizt sind. 

 

Die Diagnose wird durch eine ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung zur möglichst genauen Einordnung der Symptome und zum Ausschluss einer schwerwiegenderen Erkrankung der Wirbelsäule gestellt. 

 

Aber wie entsteht der Hexenschuss?

 

In den meisten Fällen entsteht ein Hexenschuss durch fehlerhafter Haltung und dementsprechender fehlender Rumpfspannung. Das Becken ist zu stark gekippt und die Lendenwirbelsäule ist zu stark im Hohlkreuz. Wenn in dieser Position ein Gegenstand gehoben wird oder man sich plötzlich bewegt, kann es zu akuten Muskelverspannungen führen, die das umliegende Gewebe beeinträchtigen kann. Durch diesen Mechanismus können ebenfalls Blockaden in der Wirbelsäule und am Ilio-Sacral-Gelank entstehen. Funktionsstörungen entstehen meist nach akuter Verpspannung eines Gewebes oder nach entstandenen Blockaden. Muskelverspannungen, schlechte Körperhaltung und Blockaden können die Nervenwurzel oder auch den Nervenverlauf reizen und somit kann der "Hexenschuss-Schmerz“ entstehen. 

 

 

Wie wird ein Hexenschuss behandelt?

 

Therapeutisch kann ein Hexenschuss durch Physiotherapie und Osteopathie behandelt werden. Muskelverspannungen und mögliche Blockaden werden durch gezielte Handgriffe gelöst. In der Osteopathie wird zusätzlich der Nervenverlauf überprüft und Irritationen der Nervenwurzel und des Nervs können vermindert werden. Triggerpunkte, die sich aufgrund der Muskelverspannungen gebildet haben, können osteopathisch beseitigt werden. In der Osteopathie wird der Fokus darauf gelegt, dass der Schmerz schnellstmöglich gelindert wird, sodass man sich rasch wieder „normal“ bewegen und belasten kann.

 

Der Schlüssel zum Erfolg ist eine richtige Körperhaltung. Das Becken sollte möglichst aufgerichtet werden, sodass die Lendenwirbelsäule nicht im Hohlkreuz steht. Des weiteren sollte Krafttraining betrieben werden, um eine ausreichende Rumpfspannung aufzubauen. 

 

Tipps für den „Notall“

  • direkt bewegen, keine Schonhaltung einnehmen
  • Becken aufrichten
  • Wärme für die Muskelverspannungen
  • Osteopath*in suchen :-)